Kampf um die Wahrheit mit Clemens Pig & Martin Andree (05.05.2025)

Shownotes

Die ganze Folge von "Breaking Media" gibt es zum Nachschauen auf JOYN:

https://www.joyn.at/serien/breaking-media-machtmedienkompetenz#folge

Transkript anzeigen

00:00:00: Die können wir unserer Demokratie in einer neuen Welt- und Kommunikationsordnung verteidigen.

00:00:05: Mit dieser Frage ersetzt sich Afergeschäftsführer Clemens Pick ins einem neuen Buch auseinander, mit Big Tech und dem Krieg der Medien beschäftigt sich auch der Medienwissenschafter Martin-André Bellk.

00:00:14: Willkommen beiden Danke fürs Kommen!

00:00:17: Herr Wiggich möchte mit Ihnen beginnen.

00:00:19: Digitale Plattformen sind für die meisten ein Zeitvertreib – für viele auch schon Informationsquelle.

00:00:25: Für sie aber eine Entwicklung, die die Welt komplett auf den Kopf stellt.

00:00:28: Warum?

00:00:29: Wir erleben gerade eine neue Weltordnung, die eigentlich schon in der Pandemie begonnen hat und dann in der direkten Überleitung auf den russischen Angriffskrieg, auf die Ukraine.

00:00:42: Dann kam Generative AI im Jahr zwanzig dreiundzwanzig Das globale Superwahljahr mit den US-Wahlen, der neue Weltordnung unter Donald Trump.

00:00:53: Wir erleben das tagtäglich auch in Europa und diese neue Weltordnung fußt regelrecht auf eine neuen Kommunikationsordnung.

00:01:02: die sozialen Medien haben seit zwanzig Jahren einerseits die Geschäftsmodelle der Medien begonnen mit dem Plattformen kaputt zu machen sie haben aber auch unser Informationsverhalten irgendwie kaputt gemacht.

00:01:16: Wir entdecken jetzt langsam als Informationsgesellschaft die Rechnung, die wir bezahlen.

00:01:22: Süchtig machen die Algorithmen, Desinformationen... Und da stellt sich jetzt grundlegend die Frage mit den neuen KI-Technologien.

00:01:32: Wie gehen wir da als Gesellschaft in die Zukunft?

00:01:35: Ich begreife das eben im neuen Buch Welt ohne Wahrheit, wo wir durch KI alle zusammen nicht mehr genau unterscheiden können was ist wahr und was falsch stehen wir hier an einem Scheideweg Und jetzt liegt schon viel Krafteinstrengung in den Medien und auch in der Politik, diese Herausforderungen zu lösen.

00:01:56: Herr Andres Sie beschreiben im Buch her oder kritisieren vor allem die Entwicklung von Monopolen in dieser Entwicklung?

00:02:03: Nämlich die Entwicklung bei YouTube, Apple, Facebook, Google, Amazon... Wie haben sich diese Monopole so entwickeln können und was ist das Gefährliche daran?

00:02:13: Ja, eigentlich war ja die Täuschung damals.

00:02:15: Wir geben euch alle eine Stimme was ja erst mal gut klingt aber was wir eben nicht berücksichtigt haben.

00:02:21: dann haben die Netzwerkeffekte durchgeschlagen.

00:02:24: das heißt dass merken wir auch alle.

00:02:26: zum Beispiel es ist immer schwer eine Plattform zu boykottieren wenn schon alle Freunde und Freundinnen auf dieser Plattform sind.

00:02:32: das heißt wir haben das erste Mal eigentlich in der Geschichte der Medien eine Situation wo komplette Mediengattungen von Monopolisten eigentlich besetzt sind.

00:02:41: ich gebe ihm Das ist das Gegenteil von Anbieter Vielfalt.

00:02:57: Deswegen will man Monopole auf dem Feld der Medien niemals haben.

00:03:02: Medien sind öffentliche Güter.

00:03:04: Wer öffentliche Güter monopolisiert, hat natürlich auch unendliche Optionen erstmal von Meinungsmacht also die Manipulation von Öffentlichkeit und zweitens natürlich auch das Thema Erpressbarkeit denn dieselben Monopolisten haben ja auf unterschiedlichen Feldern denken sie an Cloud Services, denken Sie an IT-Infrastrukturen, Transaktionssysteme ebenfalls entweder Monopoly oder Oligopole errichtet.

00:03:31: damit sind natürlich die westlichen europäischen Gesellschaften vollständig abhängig geworden.

00:03:36: Und wichtig ist auch, es ist ja eine Verklumpung zwischen den Tech-Konzernen und der Trump-Regierung im Gange, die wir längst beobachtet haben.

00:03:46: Sie wissen das Elon Musk in Deutschland aktiv Wahlkampf für die AfD macht.

00:03:50: Das heißt diese Plattformen sind nicht neutral sondern sie betreiben ganz klar eine antidemokratische Agenda.

00:03:57: Jetzt schreiben Sie im Buch von dieser ganzen Entwicklung auf die jetzt ja langsam reagiert wird, das spreche ich mir auch gleich noch drüber.

00:04:04: Aber dass Sie davor schon im Jahr zwanzig-zwanzig gewarnt haben eine Studie präsentiert haben, die das alles eigentlich schon aufzeichnet was wir jetzt erleben.

00:04:11: Wir klären sie sich, dass die damals nicht mehr Beachtung gefunden hat, dass da nichts stärker darauf reagiert worden ist wenn man doch schon wusste was auf uns zukommt?

00:04:18: Das ist eine extrem gute Frage!

00:04:19: Ich kann sogar mit dem Augenzwinkern sagen ich habe es schon vor den digitalen Monopolen gewarnt als Obama Präsident war.

00:04:26: deswegen würde ich auch sagen Zu keiner Zeit darf man Medienmonopole zulassen.

00:04:32: Es ist auch egal, ob uns der Präsident im weißen Haus jetzt gefällt oder nicht... der Grund, warum das niemand interessiert hat.

00:04:42: Viele haben damals gesagt, Monopolis ist so ein abstraktes Problem.

00:04:46: Was hat das schon mit meinen Zuschauern?

00:04:48: Mit meinen Lesern zu tun in deren täglichen Leben und man hat eben einfach nicht gemerkt dass Monopole wenn sie in den Händen von Akteuren liegen die diese auf erpresserische und skrupellose Artenweise nutzen extrem in unser aller Leben eingreifen können.

00:05:07: Und das merken wir jetzt gerade, wo wir eine Trump-Regierung haben die ja quasi Erpressung und Abhängigkeit zum Modell gemacht hat.

00:05:17: Wir müssen sofort Wege aus diesen Monopolen herausfinden denn der Schaden wird von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr immer nur größer

00:05:24: werden.".

00:05:33: die Monopol-Paste stürmen, also quasi eine Revolution.

00:05:37: Anzetteln gegen diese Vormacht.

00:05:39: Wie kann diese Revolution ausschauen?

00:05:41: Ja, da kann ich erst mal sagen, wenn die Leute daraus ... Krass!

00:05:44: Revolution ist alles gar nicht so schlimm.

00:05:47: Das Interessante ist das aus einer regulatorischen Perspektive nichts einfacher ist als, sag ich mal, das Öffnen von Monopolmärkten.

00:05:57: Ich sage das mal an einem Beispiel wir hatten in Deutschland auch mal ein Monopol Die Deutsche Telekom.

00:06:01: wie macht man das?

00:06:02: Die Regulierer wissen das genau.

00:06:03: Wir trennen zum Beispiel die Infrastruktur und die Inhalte.

00:06:06: Wir könnten ja bei Suchmaschinen genauso machen, hätten wir Infrastruktur-Inhalte.

00:06:10: Sie würden Google öffnen, hätten sechs Kacheln, hätten eine personalisierte Suche, Profisuche, wissenschaftliche Suche Nachrichtensuche von unterschiedlichen Anbietern bis wir Vielfalt zum Beispiel in diesem Markt der Suchmaschine hätten.

00:06:23: Wir könnten die Plattformen öffne, denn die Abplattform haben sich quasi nach außen abgedichtet.

00:06:28: Die haben wir so Mauern um die Platform rumgebaut das

00:06:32: z.B.,

00:06:33: Urheber keine Links nach draußen setzen können.

00:06:36: Stellen sich vor, wir würden die Plattformen öffnen.

00:06:38: Dann könnten auch sofort redaktionelle Medien wieder in die Sichtbarkeit kommen.

00:06:43: also lösbar wäre das ganz einfach.

00:06:46: man müsste es eben nur anpacken.

00:06:47: okay man müsste ist anpackt habe ich.

00:06:50: jetzt sind so theoretische Szenarien gezeichnet worden wie mans anpackten könnte.

00:06:55: ist es praktisch realistisch möglich in absehbarer zeit dass die europäische union sich aus dieser Ich bin es jetzt mal geißelhaft befreit.

00:07:05: Digitales Souveränität ist natürlich in dieser neuen Weltordnung das große Schlagwort aus europäischer Sicht, es werden hier massive Kraftanstrengungen unternommen um einen eigenständigeren Weg zu gehen.

00:07:18: man muss realistisch bleiben.

00:07:21: Neue Weltordnung und neue Kommunikationsordnung bedeutet, dass die USA überhaupt kein Interesse daran haben ihre erfolgreichen digitalen Exportgüter in irgendeiner Weise einschränken zu lassen.

00:07:33: Und gleichzeitig sind sie ja für die jetzige US-Administration auch das zentrale Kommunikationsmittel.

00:07:40: Es gibt null Interesse hier eine Reglementierung oder einen Rückbau herzustellen.

00:07:47: Ich finde es auch richtig, wie Martin André sagt, dass man hier faire Wettbewerbsbedingungen schafft.

00:07:53: Das fordern die Medien schon lange.

00:07:55: Ich knüpfe an diesem Punkt an und sage wir müssen uns als Informationsgesellschaft, als Zivilgesellschaft ermächtigen

00:08:03: und

00:08:04: mit einem Slogan, den ich an dieser Stelle gerne verwende, uns wieder das Internet zurückerobern.

00:08:11: Es ist auch unser Internet von jenen, die in der Realwirtschaft stehen.

00:08:16: Die Gutes damit vorhaben, die mit Qualität diesen digitalen Raum bespielen wollen.

00:08:23: Also neben harter Regulierung, harten Herstellen von Wettbewerbsbedingungen – das sicher ganz bestimmt schwierig derzeit ist!

00:08:31: Auch eine Innovationsoffensive und die sollte von uns Medien ausgehen aber im Schulterschluss mit der Politik Und insbesondere auf europäischer Ebene.

00:08:43: Auch da muss man realistisch sein, das sind Herkules-Aufgaben die hier vor der Tür stehen.

00:08:49: nur wir müssen jetzt damit beginnen.

00:08:52: Wir haben gesehen dass soziale Medien jugendliche süchtig macht und auch den Diskurs zerstören können.

00:09:02: Das sind jene Seiten an den Social Media, die ich zutiefst ablehne.

00:09:08: und gleichzeitig haben soziale Medien eines gezeigt.

00:09:11: Nämlich ein großes Bedürfnis von uns Menschen zu kommunizieren, teilzuhaben mitzumachen – das waren ja zu Beginn des Internets auch die positiven Utopien an diese neue Technologie.

00:09:26: Und da, finde ich, sollten wir wieder hin.

00:09:28: Die guten Seiten aus den sozialen Medien wirklich nehmen.

00:09:32: Das sind die Nutzerinnen und Nutzer und ihre Bedürfnisse.

00:09:36: Hier haben aber auch die Medien eine ordentliche Aufgabe vor sich.

00:09:41: Zur Aufgabe der Politik und wie sie mit den digitalen Plattformen umgehen sollen, haben wir in Straßburg mit einigen Abgeordneten gesprochen.

00:09:56: Ich glaube, dass für manche Plattform das relativ easy ist, die Strafen zu zahlen.

00:10:04: Ich würde jetzt nicht sagen, die Zahlen sind aus der Portugasse.

00:10:06: Aber es wird von vornherein auch ins Wirtschaftsmodell anscheinend mit eingepreist dass hin und wieder Strafzahlungen der EU fällig werden.

00:10:13: ich glaube das wir hier eigentlich noch stärker noch konsequenter sein müssen.

00:10:18: im Endeffekt müsste man bei Permanenten verstößen und absolut ignorieren von europäischer Gesetzgebung auf dem europäischen Markt gegebenenfalls überlegen ob dann eine Seite gesperrt wird.

00:10:30: Das ist allerdings sehr schwierig.

00:10:33: nur der letzte

00:10:34: Schluss,

00:10:35: weil wir natürlich in Europa bestimmte Grundprinzipien auch was Mahnungsfreiheit und Kommunikationsfreiheit angeht haben.

00:10:44: Jeder Regulierung egal in welcher Form hier stattfindet betreffend Meinungsäußerungen ist ein Eingreifen in die Meinungsfreiheit.

00:10:55: Und die einzige Schrankheit,

00:10:56: die ich für Legitim halte,

00:10:57: ist das

00:10:58: Strafrecht.

00:10:59: Rechtswidrige Inhalter sind natürlich auf Social Media zu löschen.

00:11:02: Aber alles andere was als Desinformation Feknews unter sonstigen Begriffen

00:11:07: viel subsumiert

00:11:08: wird von der Europäischen Union vielleicht auch von Journalisten oder von anderer Seite Das ist alles eine subjektive Wahrnehmung

00:11:15: Die

00:11:15: ich sage, wer bestimmt denn was Wahrheit ist?

00:11:21: Es gibt diese Meinungs Freiheit aber Wenn Musk uns manipuliert mit seinen Algorithmen, dann wollen wir zumindest verstehen wie er uns manipultiert und da muss er das offenlegen.

00:11:32: Das ist keine Einschränkung der

00:11:34: Meinungsfreiheit.".

00:11:55: Ja, und weil man eigentlich auch einen Torschungsmanöver sich eingelassen hat.

00:12:01: Denn diejenigen, die am lautesten die sogenannte Meinungsfreiheit propagieren, die verlassen – sie sehen einen wichtigen Aspekt nicht!

00:12:11: Seitdem es Demokratien gibt haben alle Demokratien in der Geschichte der Menschheit immer selbst gestalten dürfen wie man in dem öffentlichen Forum miteinander umgeht.

00:12:23: Das heißt, es gibt auch bestimmte Grenzen.

00:12:24: Diese Grenzen variieren übrigens auch kulturell.

00:12:27: Übrigens sagen ja Leute in USA wäre alles erlaubt.

00:12:29: das stimmt übrigens auch nicht.

00:12:31: Das heißt bestimmte Äußerungen sind auch den USA strafbar und die Akteure die am stärksten dieses Narrativ der Meinungsfreiheit verbreiten sein.

00:12:43: Nichts darf man mehr sagen, die wollen gleichzeitig durchsetzen dass wir in Europa gar nicht mal unser öffentliches Forum gestalten dürfen.

00:12:53: das ist ja die ursprünglichste und grundsätzlichste aller Fundamente der Meinungsfreiheit, das heißt unser öffentliches Forum soll von den USA und den Tech-Konzern gestaltet werden.

00:13:04: Das heißt die Bestimmen aus den USA wie unser demokratisches Forum gestaltet ist.

00:13:09: damit verlieren wir de facto auf der grundsätzlichsten Ebene unsere Stimme und mich wundert dass das überhaupt nicht artikuliert wird.

00:13:17: denn sage ich mal Debatten darüber was man zum Beispiel sagen darf oder nicht das ist ganz normal.

00:13:22: das hat zu allen Zeiten in allen Demokratien gegeben.

00:13:25: das sind auch eigentlich Zeichen, dass Demokratie lebt.

00:13:28: Das sind gute Debatten.

00:13:30: Herr Big, ich möchte aber noch ein kurzes anderes Thema ansprechen.

00:13:33: Sie können sich wahrscheinlich denken, worum es geht?

00:13:34: Sein einigen Tagen läuft da die Bewerbungsfrist für den ORF Generaldirektionsposten und sie werden hier neben dem Chrono-Hit-Geschäftsfrau Philipp König am höchsten gehandelt.

00:13:44: Ich habe jetzt auch mitgebracht weil's morgen erscheint denn das Cover des österreichischen Journalist sowieso als Österreichsjournalist.

00:13:50: in heißt mittlerweile korrekt Und der Chefredakteur schreibt, wir haben Clemens Pick auf das Cover gehoben.

00:13:57: Wir sehen es ja eingeblendet.

00:13:58: Das ist weniger ein Wagnis als eine Zustandsbeschreibung.

00:14:02: Viele führende Medienmanager halten ihn für den ernsthaftesten Kandidaten als Generaldirektor für jemanden, der für Transformation steht.

00:14:11: Haben die führenden Medienmanagern recht?

00:14:14: Ich wurde in den vergangenen Tagen mehrfach gefragt, ob mein neues Buch Welt ohne Wahrheit schon das Bewerbungsschreiben für diese ausgeschriebene Stelle ist.

00:14:25: Das kenne ich auch schon.

00:14:25: die Antwort.

00:14:28: Die Antwort ist natürlich in dieser wunderbaren Stadt mit Sigmund Freud zu antworten, dass dieses Buch, das ich geschrieben habe eben einfach nur ein Buch ist und alles darüber hinausgehende Ich nicht kommentiere und ich mich auch nicht weiter an Spekulationen für diese doch sensible Funktion beteiligen möchte.

00:14:49: Freut euch trotzdem erd, dass Sie solche Worte über sich geschrieben werden?

00:14:52: Es erdt mich natürlich auch stellvertretend für das gesamte Team der Austria-Presseagentur – das möchte ich schon sagen!

00:15:02: Wenn man für eine derartige Spitzenaufgabe genannt wird und auch weiß, Einen hier ja auch mitträgt, dann ist das sehr ehrenvoll.

00:15:12: Selbstverständlich.

00:15:14: Kommen wir noch mal zurück zur Welt ohne Wahrheit und dem Krieg der Medien.

00:15:17: Herr André, welche Bedeutung kommt denn in diesem Krieg den öffentlich-rechtlichen Medien zu?

00:15:22: Spiele ich da eine besondere Bedeitung?

00:15:24: Natürlich auf jeden Fall!

00:15:26: Denn öffentlich rechtliche Medien stellen im Fernsehen zum Beispiel einen großen Teil medialen Öffentlichkeit da.

00:15:35: Wir können jetzt auch hier ganz gut zeigen, wie dann der Unterschied ist unter digitalen Bedingungen weil in der digitalen Welt die Anteile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks viel geringer sind.

00:15:45: Warum?

00:15:46: Natürlich weil Plattform den Maschinenraum bestimmen und weil –wie für alle Anbieter eben auch hier gilt– dass es eben viel schwieriger für redaktionelle Inhalte ist, hier überhaupt durchzudringen.

00:15:58: Und deswegen ist es eben zum Beispiel auch wichtig das öffentlich- rechtliche Inhalten eine faire Möglichkeit bekommen, in diese digitale Welt ihre Angebote einzuspielen und eben auch Sichtbarkeit zu erlangen.

00:16:12: Deswegen sage ich auch immer es ist eine Sache ob etwas Finanzierung hat, ob man Angebote produzieren kann aber was passiert wenn Monopolisten eben über die Sichtbarigkeit bestimmen?

00:16:23: Und dann haben wir ein Problem.

00:16:26: Über diese Steuerung möchte ich auch gleich noch mit Ihnen sprechen.

00:16:28: Ich möchte jetzt Tabik Gegenmodell ansprechen, dass sie zeichnen.

00:16:33: Sie sagen die Lösung liegt eben darin, dass es Kooperationen gibt.

00:16:36: Dass es kooperative Medienhäuser am besten auf europäischer Ebene Kooperatione gibt.

00:16:40: Wer soll hier genau wie kooperieren?

00:16:43: Also grundsätzlich möchte ich vorausschicken wir benötigen einen Resonanzraum als Gesellschaft und das sind die Medien um unsere aktuellen und zukünftigen vielfältigen Herausforderungen, die wir in Österreich in Europa haben zu verhandeln, zu diskutieren.

00:17:02: Demokratie besteht nicht nur aus dem Wahlgang zur Urne sondern insbesondere auch vorher dass es pluralistische Newsrooms gibt, die uns allen helfen dabei eine solide Entscheidungsfindung herzustellen.

00:17:16: Und ein Weg dorthin ist eben die Informationsgesellschaft.

00:17:19: mehr an uns Medien anzudocken, mehr im Austausch zu seinen Menschen wollen kommunizieren.

00:17:25: Wir als Medien- und Journalismus können hier auch eine tolle Rolle einnehmen.

00:17:30: Neben Regulierung und dem Auflösen der wettbewerbsverzehrenden Bedingungen ist Innovation der zentrale Punkt und er kann in der Umsetzung nur mehr durch Kooperation erfolgen.

00:17:43: Die Digitalökonomie zeigt uns letztlich, es bleiben immer nur ganz wenige übrig die den anderen die in der Realwirtschaft stehen.

00:17:51: Ganz wenig Luft zum Atmen lassen und die Probleme sind derart groß dass wir sie auch nicht mehr national lösen können.

00:17:58: ich sehe das also wirklich im Kontext einer Rolle Europas in dieser neuen Weltordnung wenn man sich fragt was ist das Markenprofil dieses Kontinents in der Zukunft?

00:18:10: Das ist Demokratie, regelbasierte Prozesse, digitale Souveränität.

00:18:15: Ich

00:18:16: sehe hier vor allem auf Ebene der Infrastrukturen einen ... Eine massive Veranstrengung der Europäischen Kommission.

00:18:23: Es gibt ja unterschiedliche Programme, beispielsweise das Democracy Shield.

00:18:30: Man braucht diese Zusammenarbeit und diese Effizienz, sonst kommt man da nicht raus.

00:18:33: Jetzt klingt das demokratiepolitisch einleuchten.

00:18:36: die Frage ist aber geht sich das am Ende auch gewinnbringend aus für die einzelnen Medien?

00:18:41: Das benötigt hier, das meine ich ja wenn man mit europäischen Finanzierungen denkt.

00:18:46: Der USP von Medien sind ihre Newsrooms.

00:18:49: Alles rundherum, Redaktionssysteme, Paymentsysteme, Log-inmodelle, Altersverifikation.

00:18:57: auch die KI Modelle können wesentlich besser durch Kooperation bewirtschaftet aber auch finanziert werden.

00:19:05: das heißt hier einen europäischen Stellhebel zu finden, wo Medien mit einer wesentlich klareren gemeinsamen Stimme

00:19:14: auch

00:19:14: die Politik in Brüssel adressieren und hier wirklich sagen für Infrastruktur benötigt es.

00:19:21: Natürlich viel Geld in der Zukunft, um diese demokratische Infrastruktur die Medien leisten herzustellen.

00:19:29: Ich verfolge eher einen Ansatz, Finanzierung der Infrastruktur totaler Schutz und totale Freiheit der

00:19:36: Redaktionen.".

00:19:37: Jetzt ist dieser Gedanke ja nicht ganz neu.

00:19:40: Herr André es gibt schon so ein Kooperationsprojekt.

00:19:44: verschiedene öffentlich-rechtliche Sender auch ZDF Zum späteren Zeitpunkt ARD sind beigetreten, dem Public Space Incubator seit Jahrzehnte und zwanzig.

00:19:53: dieses Projekt verfolgt eine ähnliche Idee.

00:19:55: Jetzt sind aber noch keine großen Projekte daraus entstanden die jetzt wirklich breit ausgerollt wurden.

00:20:01: also wie schnell ist es realisierbar dass man wirklich sagt man schafft so eine Kooperation die dann auch der breiten Masse zur Verfügung gestellt wird und angenommen wird.

00:20:11: Ich würde die Punkte von Clemens Pieck gerne noch mal verlängern, denn tatsächlich kann ich aus wissenschaftlicher Perspektive sagen dass ja die Problematik des Überlebens unter Monopolbedingungen für alle Akteure immer dieselbe ist und zwar nicht nur für die Medienanbieter, sondern auch für die Privatwirtschaft.

00:20:30: Und das ist für mich das Faszinierende wenn ich auf meinen Vorträgen überall unterwegs bin.

00:20:35: unter Monopolbedingungen ist es egal ob sie am Ende journalistische Inhalte anbieten oder ob Sie e-Commerce betreiben, ob Sie Rasenmäher verkaufen wollen oder egal was.

00:20:44: Sie haben eigentlich ja zwei Möglichkeiten.

00:20:46: Entweder sie machen ein unabhängiges Angebot, unabhängt von den Monopolisten dann gehen sie dahin wo typischerweise kein Traffic keine Sichtbarkeit ist.

00:20:55: Oder Sie sagen, ja wir gehen dahin wo der Traffic ist und dann sind sie eben typischerweise da wo die Monopolisten sind und verdienen kein Geld mehr.

00:21:04: Das heißt dreißig Prozent zum Beispiel aller Hersteller verdienen laut einer Analyse von Oliver Wyman schon kein Geld auf Amazon.

00:21:12: Und das zeigt auch dass ich sage mal auf einer politischen Ebene alle diese Felder miteinander kooperieren sollten.

00:21:19: die Printmedien, die Rundfunkanbieter öffentlich-rechtliche und private stellen sich jetzt mal vor.

00:21:24: Die Privatwirtschaft würde mitmachen globale Markenkonzerne, die dasselbe Problem haben in Bezug auf Werbung.

00:21:30: Stellen Sie sich jetzt vor der Mittelstandwürde quasi mittmachen.

00:21:34: Stellen sich vor alle die Akteure, die ja eigentlich in der digitalen Zukunft um ihre Existenzbedingungen gebracht werden unter den Monopolbedingen.

00:21:42: Die würden verstehen, das sie alle unter dem selben Problem leiden.

00:21:47: Dann würde ja alles auf einmal ganz einfach.

00:21:50: Das heißt, Sie erwarten oder würden in diesem Krieg der Medien auch erwarten dass dieser Schritt gemacht wird von den Wirtschaftstreibenden.

00:21:57: Dass die diesen Schulterschluss machen über die Medien hinaus und sagen so wollen wir nicht mehr weiter?

00:22:03: Ich erkläre überall wo ich hingehe wenn wir verstehen würden das alle Felder doch unter denselben Problemen leiden und ich sage das übrigens auch es ist auch egal welcher politischen Kulör sie anhängen ob sie mehr eine linke Partei ne grüne Partei eine konservative oder eine marktliberale Partei gut finden.

00:22:20: Es muss doch im Sinne aller demokratischen Parteien sein, dass wir als demokratische Gemeinschaft unser Forum unserer Öffentlichkeit selbst gestalten können.

00:22:29: und wenn wir dann uns unterhaken und das verstehen, dann glaube ich ist auch die Lösung total einfach.

00:22:36: Dann können wir das ganz schnell regeln.

00:22:39: Wir müssen es nur wollen!

00:22:40: Gut, jetzt sind wir noch nicht an dem Punkt wo wir diesen hier machen und das gelöst haben.

00:22:44: Das heißt wir werden wahrscheinlich davon ausgehen müssen als wenn auch eine Zeit lang mit den bestehenden Plattformen weiterleben.

00:22:49: Und in diesem Zusammenhang möchte ich nochmal auf die Aussage von Helmut Brandstedt da eingehen Nämlich angesprochen auch auf die Frage wie man dann mit der Regulierung dieser Plattform umgezagt.

00:23:00: er Wenn Ilmask uns manipuliert mit seinen Algorithmen Dann wollen wir zumindest verstehen Wie er uns manipulate?

00:23:07: Dann muss er uns das offenlegen.

00:23:09: Ist es realistisch, dass wir diese Offenlegung in absehbarer Zeit bekommen?

00:23:15: Ich würde sagen von meinen Erfahrungen her?

00:23:17: nein.

00:23:18: Aber ich würde ergänzen wenn nicht die Beiträge höre Dann ist es so, dass die Leute, die in Brüssel über dieses Thema reden Begriffe benutzen, die am liebsten die Tech-Konzerne auch verwenden.

00:23:29: Die Tech- Konzerne erzählen an Lügenmärchen Sie geben uns das... ...die große bunte Internetfreiheit und dann kommen die Regulierer im Brüssel verbieten Sprechenstrafen aus usw.

00:23:39: Und das ist ja schon Falsch in der Grundbremisse.

00:23:44: Das Internet ist nicht frei, es ist eine besetzte Zone.

00:23:48: Es gehört Monopolisten die damit machen was sie wollen und wir befreien jetzt dieses Internet Und öffnen diese Märkte und das sollten wir auch genau so erzählen.

00:23:58: Wir sollten sozusagen das Internet von den Monopolisten befreieren.

00:24:03: Zu besetzten Zone komme ich auch gleich.

00:24:04: Herr Big, noch mal die Frage an Sie zum Punkt Transparenz wäre eine Transparent dieser Algorithmen, die sich hier abspielen schon ein erster wichtiger

00:24:13: Schritt?

00:24:15: Natürlich!

00:24:15: Transparem ist immer gut das ist ja überhaupt nicht zu hinterfragen.

00:24:19: was wir dann mit der Transparynz der Algorithme tun dann wissen wie Einseitigkeiten und diese Dinge hergestellt werden Das erschließt sich für mich noch nicht jetzt.

00:24:31: Vielleicht die Erwärmesbildung, um diesen Schulterschluss zustande zu bekommen?

00:24:34: Ja das kann sein wenn manche das auch noch benötigen um zu wissen dass ist jetzt wirklich die Formel unter Code wie wir gesteuert werden und dann allen klar wird dass hier Manipulation Einseitigkeit und Belohnungen stattfinden für polarisierende Inhalte das Algorithmen und diese sogenannten Dark Patterns im Design dieser Plattformen so drinnen liegen, dass man Jugendliche ja wie auf Droh gesetzt letztlich.

00:25:02: Okay wenn man das auch noch braucht dann finde ich es gut.

00:25:05: Ich finde den Punkt haben wir erreicht.

00:25:08: Wir in der Medienwelt und glaube ich wissen ja, dass das so ist unser Ansatz wäre viel eher noch mehr nach draußen zu gehen in der Interaktion mit der Bevölkerung Aufklärungsarbeit zu leisten.

00:25:21: Ich finde, das sollten jene tun die jeden Tag Nachrichten erstellen und den Unterschied zwischen Nachrichten- und x beliebigen Content klarmachen.

00:25:31: also Journalistinnen und Journalisten wäre toll wenn wir hier über ganz Österreich natürlich auch in Europa an den Schulen, an den Bildungseinrichtungen auch den Eltern.

00:25:42: Auch wenn wir die Bücher präsentieren es kommen Eltern die sagen wie erkläre ich meinen Kindern was hier passiert?

00:25:48: Die sind alleine gelassen.

00:25:50: und ich finde wenn wir heute sehen dass für die ganze jüngere Generationen die KI-Chatbots zu den digitalen Tagesbegleitern und Lebensberatern geworden sind bin ich der Meinung Wir Medien, wir Qualitätsmedien sollten das sein und sollten wieder uns ein Stück zumindest des digitalen Raums zurückerobern.

00:26:13: Dann erlauben Sie mir noch eine Frage zu dieser besetzten Zone weil sie jetzt gesagt haben dass Internet ist im Moment nicht frei?

00:26:19: Wir haben ein Problem mit der Sichtbarkeit weil wir jetzt in den Algorithmen quasi verdrängt werden.

00:26:24: was raten Sie denn Medien in der aktuellen Situation?

00:26:27: sollen sie Plattformen wie jetzt Insta, TikTok und Kobe spielen mit ihren Inhalten um zumindest diese bestehenden Kanäle zu den jungen Menschen zu nutzen.

00:26:38: Oder sollen sie sich aus dieser besetzten Zone zurückziehen?

00:26:42: Da merken wir wieder das Problem der Abhängigkeit.

00:26:44: natürlich können Sie das gar nicht ja weil unter Monopolbedingung haben Sie dann keine Sichtbarkeit.

00:26:49: das heißt man kann Medien da auch im Prinzip keinen Vorwurf machen und deswegen müssen wir beides tun quasi gleichzeitig in dieser monopolisierten Situation damit umgehen.

00:27:02: Wir können auch Alternativen aufbauen, wie Mastodon und so weiter und sofort ja und gleichzeitig müssen wir aber schauen dass wir wieder in die Gestaltung kommen.

00:27:10: und deswegen noch eine Ergänzung in Bezug auf die Transparenz von Algorithmen ist ja schön wenn wir wissen wie wir manipuliert werden Aber warum sagen wir nicht einfach?

00:27:20: Wir beteiligen die Menschen wir geben ihnen eine echte Stimme.

00:27:23: Die Plattform lügen wenn sie sagen Sie geben den Menschen eine Stimme denn das Einfachste wäre ja, wenn sie den Menschen eine Stimme geben würden wie die Algorithmen gestaltet werden.

00:27:32: Die Menschen draußen – es können wissenschaftliche Studien zeigen – wollen dieses Hass und Lügeninternet überhaupt nicht!

00:27:37: Und wenn die Menschen draußen die Algoritmen selbst mitgestalten dürften dann würde das Internet ganz anders aussehen.

00:27:44: Wir haben dafür gesorgt dass die Menschen da draußen keine Stimme mehr haben und dass die Monopolisten den Maschinenraum beherrschen und nur wenn wir daran gehen und wieder selber unser eigenes Forum, unsere eigene Öffentlichkeit mitgestalten dürfen.

00:28:00: Dann können wir wirklich was ändern?

00:28:01: Jetzt haben wir schon darüber gesprochen, was die Politik tun kann, was Medienhäus oder generell Wirtschaftstreibende tun können.

00:28:07: Letzte Frage an Sie beide!

00:28:09: Welche Aufgabe kommt dem Nutzer der Nutzerin zu?

00:28:13: in dieser schwierigen Lage, die wir gerade haben.

00:28:15: Was erwarten Sie?

00:28:16: wie sich die Nutzer an der Transformation zurückgewinnen des digitalen Raums beteiligen?

00:28:22: Ja ich bin als Wissenschaftler da auch aktiv geworden.

00:28:24: Wir haben zum Beispiel eine Initiative gestartet wo mittlerweile zweihundertsiebzig tausend Menschen mitmachen.

00:28:30: das ist safesocial.eu.

00:28:32: damit haben wir z.B.

00:28:33: den DI-Day gegründet und zum Beispiel da finden die Nutzern ganz einfache Wechselrezepte mich von den Monopolisten los.

00:28:44: Wie kann ich auf freie und unabhängige Angebote wechseln?

00:28:49: Jeden ersten Sonntag im Monat machen wir denn die Eye Day, da ist dann die Hoffnung dass zum Beispiel Man immer den ersten Sonntag im Monat ein Monopolangebot stoppt und auf ein freies, unabhängiges Angebot wechselt.

00:29:05: Das wäre zum Beispiel was wo man schon mal mit starten kann aber natürlich gleichzeitig Druck auf die Politik ausüben denn dieses Problem lässt sich am Ende nur politisch lösen.

00:29:14: Viele Userinnen und User verstehen ja schon lange dass da draußen in diesem wilden digitalen Raum ist wie ein Wilder Westen das da irgendwas schiefläuft.

00:29:23: Da gibt es ja schon Umbehagen Und die Userinnen und User wissen sehr gut, auch denke ich, dass viel KI drin entsteckt.

00:29:31: Also da ist ja schon, finde ich, viel Wahrnehmung dar.

00:29:35: Ich glaube das Problem und die Herausforderung liegt schlichtweg darin.

00:29:40: Jene, die Lügen verbreiten sei es durch politische Manipulation oder durch künstliche Intelligenz, die wollen gar nicht in erster Linie, dass man diesen Lügen glaubt sondern dass man überhaupt niemanden mehr vertraut Und dass man also eine Zurüttung herstellt.

00:29:55: und dann kommen Techpopulisten und geben einfache Antworten.

00:29:59: So funktioniert halt eine komplexe Welt nicht, ich glaube daher das Sensorium in der Informationsgesellschaft ist absolut vorhanden.

00:30:08: es fehlt an Angeboten die wirklich klar machen wie funktioniert Mediennutzungen dieser Welt in der wir leben?

00:30:16: Was sind alternative Angebote?

00:30:19: Ich vergleiche das manchmal sehr vereinfacht.

00:30:23: Es ist total okay, manchmal Fastfood zu essen, aber es ist ungesund, es jeden Tag zu essen und dieses Bewusstsein benötigen wir auch für unser eigenes

00:30:33: Mediennutzungsverhalten.".

00:30:35: Danke!

00:30:35: Und das nehme ich als Schlusswort.

00:30:36: vielen Dank für die spannenden Einblicke und dass Sie sich Zeit genommen haben um hier ein bisschen Einblick und Verständnis für das Thema aufzubringen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.