Nachspiel der ORF-Wahl mit Gerhard Zeiler (16.06.2026)

Shownotes

Die ganze Folge von "Breaking Media" gibt es zum Nachschauen auf JOYN:

https://www.joyn.at/serien/breaking-media-machtmedienkompetenz#folge

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00:00:01: Und im Studio begrüße ich dazu jetzt Medienmanager Gerhard Zeiler.

00:00:04: Danke fürs Kommen.

00:00:06: Herr Zeiler, Clemens Bieg ist am vergangenen Donnerstag recht klar zum ORF-Chef gewählt worden.

00:00:12: Vermutlich nie zuvor ist der Prozess so sehr in der Öffentlichkeit gestanden aber auch in der Kritik gestanden.

00:00:19: Wie haben Sie denn dieses ganze Bewerbungsverfahren und das Bestellungsverfang miterlebt?

00:00:26: Ja, so wie jeder andere von außen.

00:00:28: Als Zeitungskonsument als Fernsehkonsument und natürlich muss man sich fragen... Ideal war das nicht vorbereitet von den beiden ehemaligen Großparteien SPÖ und ÖVP weil entweder macht man das wirklich unabhängig?

00:00:47: So wie es eigentlich im Gesetz steht.

00:00:49: aber dann sollen wir auch nicht vor mehr oder minder deutlich signalisieren, welches Ergebnis man sich von den Stiftungsräten wünscht.

00:00:56: D.h.,

00:00:57: Sie sehen es durchaus aus einem Prozess der offensichtlich politisch war?

00:01:02: Ja, selbstverständlich war der politisch.

00:01:03: Also das ist es ja trotzdem.

00:01:05: Clemens Big ist jetzt AFG-Nahaldirektor.

00:01:09: Man muss ihm alles gute Wünsche und will viel Glück wünschen.

00:01:12: Weil ich glaube wirklich felsenfest bin ich davon überzeugt, dass der AFG notwendig ist für diese Republik, notwendig für die demokratische Gesellschaft.

00:01:22: Halten Sie ihn für einen gut qualifizierten Kandidaten?

00:01:26: Ich glaube, dass andere besser qualifiziert waren.

00:01:29: Aber man kann ihn auch nicht als unqualifiziert bezeichnen.

00:01:33: Das ging er nicht.

00:01:34: Sie sagen jetzt, andere waren besser qualificiert.

00:01:37: Johannes Lacher wurde Hintergrund immer so als ihr Kandidat bezeichnet.

00:01:43: Was wäre an ihm besser gewesen oder was hätte er besser mitgebracht?

00:01:46: Also ich hatte keinen Kandidatin.

00:01:49: Ich kenne ihn, ich hab mit ihm gearbeitet.

00:01:55: Er ist hochqualifiziert und er bringt dieses Spannungsfeld neue Medien, Streaming, Technik ... Und Inhalte einfach zusammen.

00:02:07: Da hat jemand, wirklich jemals Big, der noch nie Fernsehen oder Radio gemacht hat, da eigentlich immer nur ein BtoB-Unternehmern geführt hat.

00:02:15: Das durch als Erfolg.

00:02:16: Mit

00:02:17: der Austrablesseagentur.

00:02:19: Aber nie einen Konsumenten Unternehmen geführt hat.

00:02:24: Das bringt natürlich etwas in den Hintergrund, wenn ich mir die Qualifikationen ansehe.

00:02:29: Aber noch einmal ... Die Wahl ist getroffen!

00:02:35: Ich wünschte mir wirklich alles Gute.

00:02:37: Sie sagen jetzt, die Wahl ist getroffen?

00:02:38: Es gibt aber die Möglichkeit diese Wahl anzufechten, weil sie unter anderen rechtlichen Rahmenbedingungen stattgefunden hat.

00:02:44: Sie sehen offenbar ganz kleine Qualifikationslücke.

00:02:48: Glauben Sie das ausreichen würde um eine Anfechtung dieser Bestellung durchzubringen?

00:02:53: Da hab ich keine Ahnung.

00:02:54: Das interessiert mich ehrlicherweise auch nicht ... Es ist so getroffen worden, wenn man dem OF noch mehr schaden möchte als man ihm schon geschadet hat dann ficht man das an.

00:03:05: Ansonsten lässt man jetzt den Clemens Big in Ruhe arbeiten weil er hat ein ordentliches Programm für sich.

00:03:13: Vielleicht nochmal kurz zum Bestellprozess bevor wir nochmal auf Clemens Speak und seine Aufgaben zu sprechen kommen.

00:03:19: was müsste sich denn ändern an diesem Bestell Prozess damit man ihn als politisch unabhängig bezeichnen kann?

00:03:26: Ich glaube, dass ein öffentlich-rechtliches Unternehmen wie der OF nie ganz von der Politik wegkommt.

00:03:32: Aber man kann so eine Schranke zwischen Politik und Unternehmern einführen.

00:03:37: Das gibt es ja anderswo auch bei der BBC, das gibt's selbst beim ZDF so.

00:03:43: Und diese Schrankel wäre, dass man endlich einmal einen Aufsichtsrat ... Das ist

00:03:48: vom Stiftungsrat.

00:03:50: Wer

00:03:50: nicht aus den Mitgliedern bestellt, ich kenne kein einziges Erfolgeres-Unternehmen weltweit das Aufsichtsratsmitglieder hat.

00:03:59: Ich wurde schon in dem Jahr fourneinzig von fünfhundert und dreißig gewählt.

00:04:03: Also gewählt haben mich einunddreißiger, aber es waren damals fünfhunddreißig.

00:04:07: Das funktioniert nicht!

00:04:09: Und wenn diese fünf bis neun Aufsicherheitsmitglieder alles Menschen sind die unabhängig sind, ein Unternehmen geführt haben, die sich jetzt nicht von jedem Parteiseger sagen lassen, was sie zu wählen haben.

00:04:22: Dann ist es schon eine ziemliche

00:04:24: Schranke.".

00:04:25: Jetzt sagen Sie, es war ganz klar zu sehen, dass das quasi politisch bestimmt war die Wahl.

00:04:31: Clemens Piek ungekehrt sagt er schuldet niemand mehr etwas.

00:04:34: also er will sich nicht politisch vereinigen lassen und sagt er wird das auch bei der Auswahl der Direktoren und Direktorinnen zeigen.

00:04:41: Denken sie, dass er diese Ausfall der Direktorin also quasi die Ebene darunter, dass hat die so unabhängig umsetzen kann?

00:04:48: Das hoffe ich für ihn aber ich hoffe ist vor allem für den AF.

00:04:52: Glauben Sie's!

00:04:54: Man wird das sehen, ob ich es glaube oder nicht spielt keine Rolle.

00:04:57: Er hat drei wesentliche Aufgaben.

00:04:59: also wenn man den Zustand des Eufhalts analysiert dann gibt's eigentlich drei Herausforderungen.

00:05:06: Nummer eins ein unendlicher Vertrauensverlust vor allem durch die Vorkommnisse und jeder öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht eine Mehrheit der Menschen, die sagen okay es ist es wert dafür für sein Programm das was er bietet zu zahlen.

00:05:25: Wie BBC hat das?

00:05:26: Die SRG in der Schweiz, aber man hat das.

00:05:29: Läufer hat das heute glaube ich nicht mehr.

00:05:31: also solche Abstimmung heute durchzuführen wäre nicht gerade ideal.

00:05:35: Das muss er zurück gewinnen.

00:05:37: und da muss ich vor allem zurückgewinnen dass er beweist Unabhängig ist und er wird die Direktorin Wahl ganz entscheidend davon abhängen.

00:05:48: Was muss er sonst tun, um dieses Vertrauen zurückgewinnen?

00:05:51: Er muss vor allem eine Unternehmenskultur etablieren, die aufräumt mit dem was wir alles in den Zeitungen gelesen

00:05:59: haben.

00:06:00: Das war ja ein Punkt, den er nicht angesprochen hat bei seiner Antrittsrede.

00:06:05: Wo er viele Herausforderungen genannt hat aber eben genau diesen Punkt nicht.

00:06:08: glauben Sie dass das trotzdem was ist was beim Hochauftag entstanden steht?

00:06:13: Noch einmal das hoffe ich sehr stark räumt er nicht auf mit den Fällen die in den Zeitungen einmal gestanden sind dann wieder diese neue Unternehmenskultur auch nicht etablieren können.

00:06:28: der Fisch stinkt immer vom Kopf Und was ich in den letzten Jahren immer euph, und das hat nicht erst vor fünf Jahren begonnen, eingeschleift hat.

00:06:39: Was erlaubt wurde heißt dass die Führungspersönlichkeit der Generaldirektorin dem Unternehmen nicht eine Unternehmenskultur gelebt hat, aber die das Vertrauen der Mitarbeiter und auch der Menschen hat.

00:06:55: Und das muss schleunig geändert werden!

00:06:57: Würden Sie sagen, dass die Unternehmenskultur zu Ihrer Zeit eine bessere Wahl im ORF?

00:07:05: Das nehme ich an, das hoffe ich... Das wäre noch schöner wär sie nicht besser gewesen.

00:07:14: Nein, ich frage

00:07:16: deshalb, weil in Punkto Sexismus haben wir in den letzten Jahren eigentlich eine Entwicklung zum Besseren gehabt.

00:07:21: Es hätte mich interessiert, ob Sie sagen das waren die Neunzigern besser als es jetzt

00:07:25: ist?

00:07:25: Man braucht auch den Führungsverhalten!

00:07:27: Man muss Menschen ordentlich behandeln und Mitarbeiter ordentlich behandeln.

00:07:30: Man muss Mitarbeiter dann auch sagen... Was sie gut gemacht haben, aber auch was sie nicht gut gemacht.

00:07:37: Und wenn Fehler passieren, auch im journalistischen Bereich ... Dann hat es überhaupt keinen ... Dann nützt das nichts, wenn man zu schreien beginnt der Chef.

00:07:49: Sondern man muss klar sagen aus meiner Sicht war das ein Fehler und dann debattieren.

00:07:54: Und notvoll ist sich auch entschuldigen, wenn etwas nicht gut passiert ist.

00:07:57: Das ist zumindest mein Führungsstil, den ich überall, wo ich gearbeitet habe, umgesetzt habe.

00:08:04: Sie sind jetzt breiter als die reinen Sexismus-Forhörer.

00:08:07: Ich sage das nicht

00:08:08: nur mit dem einen Vorfall

00:08:09: von Roland

00:08:10: Weißmann zu tun, sondern auch mit

00:08:12: anderen.

00:08:13: Kommen wir noch mal auf Ihre Zeit zu sprechen in der sie ORF-Generaldirektor warnt?

00:08:17: Sie haben es damals schon gesagt ... Ich hatte

00:08:20: einen schöneren Titel.

00:08:24: Generalintendant!

00:08:27: Da waren Sie zu dem Zeitpunkt davor, schon Presse-Sprecher bei zwei SPÖ-Kanzlern.

00:08:32: Waren ORF Generalsekretärin, Job, den es so auch nicht mehr gibt und RTL Manager?

00:08:36: Würden Sie Ihre Wahl damals als unpolitisch bezeichnen?

00:08:41: Es hat damals zwei Kandidaten gegeben, die angetreten sind.

00:08:47: Das war der Johannes Kunz, der SPÖ Mitglied.

00:08:54: Der war Kandidat des Hauses vier Jahre lang in Deutschland gearbeitet.

00:09:02: So als bei Telefonhof, dann bei RTL-Zwei und dann war mir gedacht okay das war immer mein Wunsch zurückzukehren.

00:09:12: und ich trete an es hat niemand vorher gewusst welches Team ich habe.

00:09:16: es wollten immer alle wissen haben gesagt dass mache ich nicht.

00:09:19: das sage ich nicht.

00:09:20: Ich hab's dem Vizekanzler damals Erdbussek und den Bundeskanzler Damals Franz von Nitzke in der Früh am Telefon gesagt.

00:09:30: Er hat Busseg den Vanitzka am Telefon, dem Bussegg in der Frühbärntermin.

00:09:36: Das ist

00:09:36: mein Team?

00:09:37: Das heißt er ist nicht im großen Stil darauf hingearbeitet worden.

00:09:42: Jetzt haben Sie in einem Podcast mit Renata Schmidt Konzi im Mai über Ihre Zeit aus ORF-Chef gesprochen.

00:09:49: Intendant, ORFintendant!

00:09:50: Ich nehme das schöne Wort.

00:09:53: Und Ihre Ziele dort ... definiert oder erklärt, die sie damals hatten.

00:09:57: Und da haben Sie aufgezählt Junge zurückgewinnen ohne die Älteren zu verlieren, in neue Medien investieren und darauf schauen dass wir genügend Werbung haben damit wir uns den Standard der ORF geboten hat leisten kann.

00:10:08: das könnte man fast eins auf heute umlegen.

00:10:11: diese Punkte junge zurück gewinnen neue Technologie wo sehen Sie denn neue Herausforderungen?

00:10:17: also die erste Herausforderung ist der Vertrauensverlust.

00:10:21: ja dann muss man als Unternehmern deutlich wiederbekommen.

00:10:25: Es muss eine Mehrheit der Menschen sagen, ja, gegenwärt einer Semmerei am Tag oder manchmal sogar einen halben Semmer am Tag, das ist es mehr wert, dass ich das

00:10:35: zahle.".

00:10:36: Da sprengst du jetzt

00:10:38: die Haushaltsabgabe ab?

00:10:39: Ja, früher

00:10:39: Gebühr, jetzt Haushalts-Abgabe.

00:10:42: Das Zweite ist Ich muss die Jungen zurückgewinnen.

00:10:44: viele schauen nicht mehr normal fern und das heißt ich muss erstens einmal diesen diesen Schulterschluss auch mit der Greatest Community, also mit den Influencern.

00:10:55: Mit denen die sich auf sozialen Medien ausdrücken und schaffen.

00:11:00: Ich glaube dass OFA ein ideales Experimentierfeld dafür wäre.

00:11:05: ich muss aber auch mit den eigenen Programmen auf alles medien gehen.

00:11:09: Auf alle sozialen Medien gehen.

00:11:11: Darauf macht es zum Teil nicht einmal schlecht.

00:11:13: Diese Zeit im Bild auf TikTok funktioniert, auf YouTube gehen und von den anderen sozialen Medien rausgehen.

00:11:21: To meet the audience, wer sie ist?

00:11:23: Also die Leute zu treffen, die eigenen Konsumenten zu treffen ... Sie schauen, wo sie sich Informationen holen und Unterhalte holen.

00:11:32: Das ist die Aufgabe.

00:11:33: Dazu muss ich digitalisieren?

00:11:37: Die Plattform, in der man die Creator ins Haus holen könnte.

00:11:40: Sie würden doch auch screenen, was sich an den sozialen Medien abspielt ... Und die Leute dann ins Haus hohlen!

00:11:47: Das ist ein Muss.

00:11:49: Es ist auch ein kreativer Input.

00:11:53: Denn nicht nur daraus, dass jedes Mädchen im Unternehmen aufnehmen sollte.

00:11:58: Wir machen das in Amerika so.

00:11:59: Jetzt

00:12:01: habe ich Sie unterbrochen und sie wollten weiter auswirken?

00:12:03: Das ist das Zweite!

00:12:04: Und natürlich muss sich viel stärker digitalisieren.

00:12:07: AF ANE ist ein erster Beginn, aber es kann noch ein Beginn sein.

00:12:11: Ich muss einfach nochmal den AF Gebühren oder Haushaltsabgabe zahlen, die Möglichkeit geben, die AF-Programme zu sehen ... Ob jetzt in Longform, Kurzform oder Clips.

00:12:24: Wo immer sie sehen wollen!

00:12:26: Das ist ja auch ein Marketinginstrument.

00:12:28: Es ist eine Chance Leute zu erreichen die man sonst nicht mehr erreicht und im privaten Bereich das ist für den Euf weniger der Fall.

00:12:37: natürlich auch eine Monetarisierungsstrategie.

00:12:41: Jetzt haben Sie in einem Interview mit Curie gesagt, der ORF müsse ein Alleinstellungsmerkmal haben.

00:12:47: Dass von den Zusäherinnen und Zusäern als solches erkannt wird?

00:12:50: Was könnte so eine Alleinststellungsmerkung für den ORF sein?

00:12:52: Das ist natürlich Österreich.

00:12:54: Das ist Österreich in jeder Form.

00:12:56: Ob bundesweit oder regional, ob lokal ... Darum ist es ja auch so extrem wichtig, dass da die Lokalprogramme hat, die Regionalprogramme.

00:13:06: Machen aber private österreichische

00:13:07: auch!

00:13:08: in einem viel geringeren Ausmaß und das kann deren OSP nicht sein.

00:13:13: Das muss wirklich das Alleinstellungsmerkmal des OFS sein, soviel Österreich wie es nur finanziell möglich

00:13:20: ist.".

00:13:21: Jetzt ist es so, dass österreichische Medien nicht nur der EF, sondern auch private unter massiven Druck stehen.

00:13:27: Auch deshalb weil eben die Big Tech giganten Werbegelder abziehen und Aufmerksamkeit, Sie haben schon gesagt, abziehen.

00:13:33: Wie muss man sich denn heute als österreichisches Medienhaus aufstellen um dem was entgegenhalten zu können?

00:13:40: Alleinstellungsmerkmal und überall dorthin gehen wo die eigenen Zules eher, die Leser und die Zuhörer man haben will.

00:13:51: Das heißt ich muss eine Marke aufbauen.

00:13:56: Nicht jedes österreichische Sprintmedium hat diese Marke abgebaut.

00:14:01: Es tun sich Bundesländerzeitungen leichter, es tun sich echte Qualitätsmedien leichter.

00:14:06: aber das ist jetzt.

00:14:07: wenn nicht etwas bietet was die Leute unbedingt haben möchten und auch bereit sind dafür zu zahlen dann werde ich es nicht schaffen zu überleben.

00:14:17: Nur mit Werbeinnahmen wird es schwieriger

00:14:19: werden.".

00:14:21: Jetzt ist ja so das Ereignis, was ich fasse von innen raus, Entwickler als Unternehmen.

00:14:24: Das andere sind die politischen Rahmenbedingungen, die meinen Markt bestimmen.

00:14:28: Wie beurteilen Sie denn die Performance von Medienminister Andreas Pablo?

00:14:35: Muss ich jede Frage eigentlich beantworten, dass sie mir sterben?

00:14:37: Ich stehe froh drum!

00:14:40: Also um es sozusagen mal lernen... dass man zuerst über das diskutiert und debattiert, was die österreichische Medienlandschaft eigentlich sein soll.

00:14:55: Bevor man den neuen Generaldirektor wählt am Dessort, weil das ja nur ein Teil wenn man so will der Medienstrategie sein kann und sein soll.

00:15:04: Was will man in Österreich mit österreichischem Medien?

00:15:07: Braucht man alle österreichischen Medien?

00:15:10: Aus meiner Sicht, ja wir sind ein kleines Land.

00:15:12: Wir sind ein Land, das einen Zehn mal so großen Nachbarn hat mit der gleichen Sprache.

00:15:22: Da gibt es wenige Länder dieser Welt die das haben Teile von Belgien und Frankreich Kanada Und in beiden Fällen gibt es Mechanismen, wo man den eigenen Medienansteuerstandort bevorzugt.

00:15:37: Kanada hat ganz genaue Bestimmungen das nicht alles was im amerikanischen Fernsehen automatisch rüberkommt sondern dass es da Auswahlen gibt.

00:15:46: Belgien und Frankreich genauso.

00:15:49: Insofern brauchen auch wir... Das ist mit ein Grund warum ich so sehr der Meinung bin.. ...das ist einen österreichischen Rundfunk benötigt.

00:15:58: Dann muss man natürlich auch sagen, was soll der ORF sein?

00:16:02: Welche Aufgaben hat er?

00:16:04: Aus meiner Sicht gibt es da ganz klare Aufträge, die man ihm geben kann und geben soll.

00:16:10: Und das alles hätte ich mal gewünscht bevor der neue Generaldirektor gewählt ist.

00:16:15: Ich hoffe dass das im Herbst passiert.

00:16:17: Unabhängig vom ORF!

00:16:19: ist jetzt auch eine sogenannte Streaming-Abgabe geplant.

00:16:22: Also eine Steuer in der Höhe von bis zu zwölf Prozent, wie es im Moment heißt auf alle Streamingsumsätze.

00:16:28: Das ist ursprünglich geplant worden um Netflix, Amazon und Co.

00:16:31: zu treffen aber wird auch österreichische Medienhäuser treffen nämlich jene die Streaming an Gebote haben wie ServusTV oder auch Pulsvier und ATV.

00:16:39: Wie sehen Sie diese Maßnahme dieser Streamingabgabe, diese Investmentobligation?

00:16:44: Ich glaube das grundsätzlich gegen meine eigene Firma, die natürlich genauso diese Streaming-Abgabe nicht für Ammar richtig hält.

00:16:59: Wir haben einen Streamingdienst, HBO Max.

00:17:02: Ich glaube das eine Investitionsverpflichtung, die ja nur eine europäische Investitions Verpflichtung sein kann dass sie kommen wird und zwar in jedem europäischen Land.

00:17:12: Die Frage ist In welchem Ausmaß?

00:17:15: Aber das hat nichts mit der Streaming-Abgabe zu tun, die jetzt im Raum steht.

00:17:21: Nämlich dass man einfach Geld abliefert, das dann verwendet wird um den Filmförderungsfonds in Österreichischen wo man dem an kurzem musste auszugleichen.

00:17:32: Das halte ich nicht für richtig!

00:17:34: Dass man die Streamers egal ob es österreichische sind, deutsche oder amerikanische dazu... verpflichtet einen gewissen Prozentsatz, eine gewisse Summe letztlich in österreichische Produktion oder europäische Produktionen zu stecken.

00:17:50: Das halte ich für nicht problematisch weil das wird jeder ohnehin tun, weil sonst wird er nicht erfolgreich sein wenn Puls IV nur amerikanisches Projekt aber ein Produkt spielen wird und Programm spielen wird, wird es keinen Erfolg haben.

00:18:06: Insofern halte Dagegen bin ich hundertprozentig.

00:18:12: Kommen wir noch mal zu den Big Tech-Geganten zurück, dass die so eine marktbeherrschende Stellung einnehmen konnten.

00:18:19: das kritisieren Medienwissenschafter Hartmartin.

00:18:21: André spricht von Monopolstellungen, die eben genau das Gegenteil zur Folge haben als Medienfreiheit diese eigentlich propagieren.

00:18:29: Haben hier österreichische und auch europäische Medien überhaupt noch eine Chance dagegen sich dagegenzustellen der Stand zu halten?

00:18:38: Also, man muss unterscheiden zwischen wirklich Big Tech.

00:18:41: Das ist Amazon, das ist Metal, das is Facebook ... Netflix.

00:18:48: Wunderbar dass das Cover Disney halte ich jetzt nicht für Big Tech?

00:18:53: Nein, da redet es auch

00:18:54: so.

00:18:54: Da sind globale Medienunternehmern die im Konkurrenz stehen sollen.

00:18:57: Ich glaube trotzdem, dass in jedem europäischen Land in dem asiatischen Land, in jedem lateinamerikanische Bank.

00:19:11: Eine gut geführte lokale Marke wird immer Erfolg haben werden.

00:19:17: Die großen Tech-Unternehmer können das lokale, das regionale und das österreichspezifische nicht anbieten.

00:19:25: Insofern gibt es eine Chance.

00:19:27: Ich glaube, dass RTL in Deutschland eine sehr gute Chance hat.

00:19:31: Ob es zwei große Private gehen wird?

00:19:34: Weiß ich nicht!

00:19:35: Ich glaube, dass in Österreich sicher der ein oder andere Bewahrte eine Chance hat.

00:19:40: Ich glaube das in Italien Mediaset eine fantastische Chance hat.

00:19:45: aber auch die Konkurrenz zu Big Dach überlegen.

00:19:48: man wird sich ändern müssen Man wird auch billiger produzieren müssen Das ist keine Frage.

00:19:54: Es muss jedes muss auch dauerhaft in Zukunft Müssen.

00:19:57: die großen muss pro sieben muss RTL das ist keine frage.

00:20:01: Die ganze effizienten Produktionsbereich muss man umsetzen können, aber die Schaus erfolgreich zu sein.

00:20:10: Und dass es neben den großen Big Tech-Companies und globalen Medienunternehmen auch Lokale gibt ist hundertprozentig verhandelt.

00:20:20: Trotzdem ist es so, dass wir uns jetzt viel mit der Frage auseinandersetzen.

00:20:23: Inwieweit man diese Plattformen und ich rede tatsächlich auch von den sozialen Medien nicht an den klassischen Medien, die ja eben viel Werbegelder- und Aufmerksamkeit binden?

00:20:32: Wie man die sozusagen stärker in die Pflicht nehmen kann möglicherweise auch regulieren kann wie man's mit klassischen Medien tut.

00:20:38: Und hier haben wir die Situation das Trump dieser Big Tech Giganten sehr massiv stützt und auch Europa mit Strafzellen droht für den Fall, die Härte angreift.

00:20:51: Warum sind sie ihm so wichtig?

00:20:54: Das sind seine Freunde, das sind die, die seinen Wahlkampf unterstützen und man braucht sie ja nur ansehen welche Haltung Mark Zuckerberg hat, welche Haltung Elon Musk hat.

00:21:09: Das ist relativ einfach.

00:21:10: trotzdem es gibt zwei Dinge, die wir in Europa machen müssen.

00:21:15: erstens Wir müssen soziale Medien als Medien definieren, auch rechtlich definieren.

00:21:24: Damit haben sie nicht nur die gleichen Rechte aber die gleichen Pflichten wie jedes andere Medium.

00:21:30: Jedes Medium ob Puls IV, Obdekronenseitung oder RTL hat Pflichte.

00:21:38: Die sozialen Medien haben sich nicht und das ist etwas was geändert gehört.

00:21:42: Und das Zweite ist dass es ja schon recht lustig ist Giganten in Europa praktisch keine Stallern zahlen.

00:21:56: Und da gäbe es natürlich eine Möglichkeit relativ klar zu schätzen, welcher einer man sie in jedem Land hat und ihnen dann auch eine Digitalsteuer aufzuerlegen.

00:22:10: Es ist ja lustig dass man ein Unternehmen wie Puls IV einer Streaming-Abgabe unterziehen will oder auch uns in einem Land, aber dann weder Metta noch Tiktok die müssen keine Stahl zahlen.

00:22:26: Und das gehört geändert und da kann man nur sagen Europa kann selbstbewusst sein genug zu sagen Nein das machen wir!

00:22:34: Also die geringe Digitalsteuer reicht ihnen nicht.

00:22:36: sie würden da eine gleichwertige steuern?

00:22:38: Verständlich

00:22:38: ja.

00:22:40: Jetzt ist es so, dass die Medienlandschaft in den USA sich unter Donald Trump generell wandelt.

00:22:45: Das ist nicht nur viel Platz für Big Tech, sondern auch die klassischen Medien, die mit anderen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben.

00:22:51: Wo sind Sie ja die größten Einschnitte?

00:22:57: Ich glaube nicht, dass diese Einschnitten so groß sind wie das hier in Europa diskutiert wird.

00:23:05: Jede ist dieser Medienunternehmer oder ich fange anders an.

00:23:11: Ein amerikanischer Präsident, ein österreichischer Bundeskanzler Ein deutscher Bundeskanzler wünscht sich immer etwas von den Medien, immer gut behandelt zu werden.

00:23:23: Immer die Interviews zu bekommen, die man möchte.

00:23:26: Das ist grundsätzlich auch bei Donald Trump nichts anderes.

00:23:31: Er macht es nur in einer Art und Weise, die schon einmalig ist in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft.

00:23:39: Aber es gibt für jedes Unternehmen die Möglichkeit zu sagen für jeden Journalisten, für jede Journalistin zu sagen okay ich habe sie gehört aber nein.

00:23:51: Und das passiert auch regelmäßig.

00:23:53: was wir hier in Europa nur hören ist die Fälle in denen ja gesagt wird und nicht die Felle in denen nein gesagt wird.

00:24:01: Das heißt Sie sehen es in den USA wesentlich ausgeglichener als es jetzt hier in europa ankommt?

00:24:06: Also sagen wir so Es sieht schon außergewöhnlich was dieser Präsident letztlich in vielerlei Hinsicht, aber auch im Hinblick zu den Medien.

00:24:16: Was er dazu sagt, wie er agiert ... Aber ich sehe die Medienfreiheit in Amerika nicht in Gefahr!

00:24:23: Es gibt CNN und New York Times.

00:24:26: Es gibt hunderte andere Medienorgane, die sagen, wir haben sie Gehörterpräsidenten, aber wir sind andere Ansichten.

00:24:36: Wir haben das Recht, eine andere Ansicht zu sein.

00:24:40: Dann möchte ich noch einmal auf die Big Tech-Giganten zu sprechen kommen, denn was wir schon auch erleben ist eine massive Verschiebung der Macht dorthin.

00:24:49: Auch in Form von einer Verschiefung von Geld.

00:24:51: und worauf ich raus will, Sie werden sich denken, dass ihr den Mask zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hat weil er eben mit seinem Börsegang von SpaceX zum ersten Billionär der Welt wurde.

00:25:01: Da ist unheimlich viel Geld jetzt bei einem Menschen konzentriert und das ist insofern auch medienrelevant als dass er Politik beeinflusst, Politik macht und das nicht nur in den USA sondern auch in Europa.

00:25:14: gesehen haben wir dass bei der Deutschen Bundestagswahl zuletzt war ganz stark die AfD auch unterstützt hat einerseits durch Auftritte aber auch durch seine Ausfall von Algorithmen die er verwendet im Ausspielen.

00:25:25: Ist diese Machtverschiebung hin zur Wirtschaft zu reichen Unternehmen weg von der gewählten Politik eine die noch aufzuhalten ist?

00:25:35: Das wird man sehen, das werden wir spätestens bei den Midterms in dem November dieses Jahres sehen.

00:25:42: Man will es im Jahr zwanzig sehen – ich glaube schon!

00:25:47: Ich würde heute nicht auf einen republikanischen Präsidenten im Jahr zweitausendzwanzig setzen.

00:25:57: Das ist eine andere Meinung.

00:26:01: Aber ich glaube dass die demokratische Bewusstsein der Amerikaner sehr wohl vorhanden ist und sagen okay, wir haben ihn zweimal gewählt.

00:26:12: Jetzt ist jemand anderer daran der andere Ansichten hat.

00:26:16: ich glaube dass das nicht so einfach sein wird.

00:26:19: auch mit noch viel Geld von Elon Musk und anderen einen Kongress zu wählen oder einen Präsidenten zu wählern der einfach so weiter tut.

00:26:29: Das glaube ich nicht.

00:26:31: dann zum Abschluss noch eine persönliche Frage.

00:26:33: Sie sind der SPÖ nach wie vor verbunden, sie haben auch ein Buch geschrieben mit dem Titel Leidenschaftlich Rot.

00:26:39: wenn man sich jetzt heute morgen fragen würde ob sie innerhalb der SPO noch eine politische Rolle übernehmen wollen sei es jetzt aktiv in Regierungsfunktion oder auch im Beraterfunktion?

00:26:52: Wie wäre Ihre Antwort?

00:26:54: Die Antwort ist ganz einfach da es keine Frage geben wird gibt es auch keine Antwort Und das ist gut so.

00:27:03: Gut, das nehme ich als Schlusswort.

00:27:04: vielen Dankezeile für das Gespräch.

00:27:06: Danke schön.

00:27:07: Ich danke.

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